german stage service, Marburg und unitedOFFproductions – Eigentlich wollte ich nach Finnland!

Das Stück

Seit ein paar Jahren drängen immer mehr Menschen aus den krisengeschüttelten europäischen Nachbarländern nach Deutschland. Doch im Gegensatz zu früheren Migrationswellen kommen heute ambitionierte, gut ausgebildete junge Männer und Frauen zwischen 20 und 35. Sie kommen aus Spanien, Ungarn, Griechenland, Bulgarien, Polen, Portugal, Italien und Rumänien. Sie sind Architekten, Kulturschaffende, Medienwissenschaftler, Lehrer, Ingenieure, Zahntechniker, Journalisten, Handwerker. Nicht alle sind auf Deutschland vorbereitet, manche können bereits die Sprache, für andere ist es ein Sprung ins kalte Wasser. Wenige haben das Glück, schnell wieder in ihrem Beruf arbeiten zu können, die meisten müssen sich mit Kurzzeitjobs oder schlecht bezahlten Praktika durchschlagen. Viele von ihnen vermissen Freunde und Familie, doch kaum einer bereut den Weggang.
Die Theaterproduktion Eigentlich wollte ich nach Finnland! basiert auf einer um-
fangreichen Interviewrecherche. Die Macher haben sich mit 17 jungen Europäerinnen und Europäern zu ausführlichen Gesprächen getroffen. Sie wollten wissen, wer die Menschen hinter den Zahlen und Statistiken sind, von denen wir täglich aus den Medien erfahren. Wie sehen ihre Geschichten aus? Wie hat das Leben im Ausland ihr Empfinden verändert? Wurden ihre Hoffnungen und Erwartungen erfüllt? Was sind die Vor- und Nachteile eines Lebens fern der „Heimat“?  Womit identifizieren sie sich? Hat Deutschland sie gut aufgenommen? Und nicht zuletzt: Mit welchen Gedanken und Gefühlen blicken sie auf dieses Europa, durch das sie sich so „freizügig“ bewegen können?
Fünf Schauspielerinnen und Schauspieler aus fünf Ländern der EU behaupten die Union auf der Bühne in Form eines einzigen, durchgehenden europäischen Mono-
logs. Sie bewegen sich fließend, gleichsam grenzenlos über die inneren Landkarten der verschiedenen biografischen Erzählungen. So entsteht ein musikalisch-
atmosphärischer Gesamtsprachraum, der die gelebte Wirklichkeit junger EU-
Bürger und ihren Blick auf die Zukunft in den Mittelpunkt stellt.

Darsteller

Lidia Cangiano, Athina Tsantekidou, Mirca Preißler, Alexandru Cirneala, Eneko Sanz

Regie

Dieter Krockauer

Dramaturgie

Graciela González de la Fuente

Textfassung/Interviews

Dieter Krockauer, Graciela González de la Fuente

Bühne/Ausstattung

Graciela González de la Fuente, Dieter Krockauer

Produktionsleitung

Mirca Preißler

Licht

Hans Fründt

Fotos

Hendrik Schneller

Das Gastspiel im Theaterhaus Jena wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Theater aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Nach Oben